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Werbung für Milchpulver verdrängt das Stillen Blog abonnieren

Alexandra Baecker | 05.10.2015 14:01 Uhr

Der schweizer Lebensmittel Konzern Nestlé gerät immer wieder in die Kritik. In den 70ger Jahren wurde er für den Tod von Millionen von Babies und Neugeborenen in Entwicklungsländern verantwortlich gemacht. Der Grund: seine aggressive Werbung für Milchpulver. Nicht nur auf Plakaten und im Fernsehen wurde dafür geworben, sondern auch mit Gratisproben, die dann von Ärzten an die Mütter weiter gegeben wurden. Zusätzlich erhielten Ärzte Geschenke und andere markenbindende Maßnahmen, damit sie das Milchpulver an Mütter verschreiben. Auf diese Weise wählten viele Mütter die Fertignahrung, anstatt zu Stillen. Die Folge war ein erhöhtes Säuglingssterben aufgrund von Milchpulver, das mit verunreinigtem Wasser gemischt wurde.

Die WHO verabschiedete nach diesem Skandal die folgenden Richtlinien, an die sich Konzerme zu halten hatten und die auch heute noch gelten:

– Keine Werbung für Milchpulver für Neugeborene

– Keine kostenlosen Proben an Mütter verteilen

– Keine Geschenke für Ärzte, damit sie Milchpulver verschreiben

Im Magazin „ARD Markencheck“ wurde nun bekannt, dass Nestlé weiterhin in einigen Ländern mit Werbung und Gratisproben das Stillen verdrängt und immer noch Babies aufgrund der Mischung von Milchpulver mit verunreinigtem Wasser sterben. Als Beispiel wurden die Philippinen genannt, wo nur noch 36% der Babies gestillt werden:

http://www.ardmediathek.de/tv/Der-Montags-Check/Extra-zum-Nestl%C3%A9-Check-Milchpulver-Werb/Das-Erste/Video?documentId=30818416&bcastId=22834010

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